HERZLICH WILLKOMMEN

... auf der Homepage des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring. Hier informieren wir Sie über unser Leben und das, was uns bewegt.

 

 

 

 

Ausflug nach München: Besuch der Synagoge

Am Sonntagmorgen, dem 17. April, machten wir uns auf den Weg nach München mit Bayerntickets von Mering, um zunächst um 10 Uhr einem feierlichen Gottesdienst in der Münchener Frauenkirche beizuwohnen. Wir waren eine einigermaßen würdige Vertretung des ÖLZ: insgesamt etwa dreißig.-

 

Ester Klein, die sich gut auskennt in München, hatte ein nettes, zentral gelegenes Lokal für unser Mittagessen ausfindig gemacht, und danach ging es zum eigentlichen Ziel: der 2006 eröffneten Synagoge.

 

Wir hatten das Glück, das Frau Ellen Presser, die Leiterin des Kulturzentrums der israelitischen Kultusgemeinde in München, eine eigene Einführung in die Geschichte der Synagoge für uns gemacht hat. Sonst macht sie das immer für eine Gruppe von fünfzig Besuchern. Diesmal hat sie sich für uns eigens Zeit genommen.

 

Uns wurde noch mehr klar, wie nahe uns unsere jüdischen Geschwister stehen. Zudem werden wir als Volk wegen unserer so schmerzlichen Geschichte für immer in einer besonderen Beziehung zum Volk Israel stehen.

 

 V. i. S. d. P. Peter Seifert; Fotos Maria Kny

 

 

ANKUNFT AM BAHNHOF MÜNCHEN
BESICHTIGUNG DES STACHUS
FRAU ELLEN PRESSER ERGREIFT DAS WORT
IN DER MODERNEN, LICHTVOLLEN SYNAGOGE

Ökumene fällt nicht einfach in den Schoß

REFERENT REGIONALBISCHOF M. GRABOW UND MODERATOR PROF. FRANZ SEDLMEIER

Ottmaring, Samstag 19. 3. 2016

 

Vergebung und Versöhnung zwischen den Kirchen - dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Studiennachmittags im ökumenischen Lebenszentrum in Ottmaring. Referent war der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow, Veranstalter das Zentrum für Spiritualität in Ottmaring.

 

Bischof Grabow ging bei seinem Vortrag zunächst von dem "beispiellosen Zeitalter der Versöhnung" seit Kriegsende 1945 aus. Als Beispiele nannte er unter anderem die Gründung der Vereinten Nationen, die Versöhnung der ehemaligen Erzfeinde Frankreich und Deutschland, das Aufeinander-Zugehen von Israel und Deutschland, die Ostdenkschrift der EKD und die folgende Ostpolitik, Abrüstungsverhandlungen und schließlich das Fallen des Eisernen Vorhangs. Bei der Aufarbeitung der Vergangenheit - so der Regionalbischof - hätten die Kirchen eine wesentliche Rolle gespielt.

 

Doch auch im Verhältnis der Konfessionen und Religionen zueinander seien in den letzten 60 Jahren Türen geöffnet worden, die vorher über Jahrhunderte hinweg hermetisch verschlossen schienen. Bischof Grabow ging in einem eigenen Kapitel auf seine persönlichen Erfahrungen in und mit der Ökumene ein, die oft zum Schmunzeln Anlass gaben. Dabei wurde aber auch deutlich, dass Ökumene nicht nur eine Frage von Theologen und Kirchenleitungen ist, sondern ihren Sitz im Leben der Ortsgemeinden haben muss. Inzwischen lebten und arbeiteten beide Kirchen kontinuierlich und im konstanten Austausch miteinander. "Kaum etwas geschieht ohne vorherige Absprache", sagte Grabow.

 

Anschließend ging es um drei konkrete Erfahrungen aus dem Lebenszentrum in Ottmaring. Es war bereits 1968 von zwei Gemeinschaften gegründet worden: der Fokolar-Bewegung und der Vereinigung vom gemeinsamen Leben.

 

Zunächst berichtete Gabriele Ballweg über "Versöhnung und Vergebung in der Spiritualität und im Leben des Fokolars". Brigitte Horneber, Vereinigung vom gemeinsamen Leben, sprach über die "Diakonie der Einheit als bruderschaftlichem Weg". Aus beiden Lebensberichten aus Ottmaring wurde deutlich, dass gelebte Ökumene nicht in den Schoß fällt, aber auch nie auf unüberwindliche Hindernisse stößt.

 

Wilfried Hagemann, Leiter des Zentrums für Spiritualität, berichtete schließlich von einem Ottmaringer Projekt: der Ökumenischen Schule. Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung, hatte sie 1981 gegründet. Sie wollte damit den Angehörigen der Fokolar-Bewegung, die zu verschiedenen Kirchen gehören, die Möglichkeit geben, einander auch im Glauben, in der Geschichte und in der Tradition der jeweiligen Kirche besser kennenzulernen. "Wesentlich für das Gelingen - so Wilfried Hagemann - ist die Begegnung und der Austausch unter den Referentinnen und Referenten beider Kirchen." Sie erarbeiten die Referate gemeinsam. Dieser Dialog der Dozenten untereinander ist das eigentliche Lernmodell für die Kursteilnehmer.

 

                                                              Text: Ulrike Büechl; Foto: Maria Kny

 

 

 

 

 

Ökumenische Begegnung in Ottmaring stand im Zeichen aufrichtiger Freundschaft

Am 24. Januar fand im Rahmen der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen im Begegnungszentrum in Ottmaring ein ökumenischer Nachmittag statt. Rund 120 Personen haben daran teilgenommen, darunter auch Vertreter verschiedener christlicher Gemeinschaften, die im Netzwerk "Miteinander für Europa" engagiert sind.

 

Über dem Tag stand das Leitmotiv der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen: "Berufen die großen Taten Gottes zu verkündigen". Schwester Anna Maria aus der Wiesche stellte dieses Schriftwort aus dem ersten Petrusbrief in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen und gab konkrete Impulse zum Christsein heute.

 

Die Referentin ist Priorin der Christusbruderschaft in Selbitz, einer Ordensgemeinschaft in der evangelischen Kirche, und gehört zum Leitungskomitee von "Miteinander für Europa". Schwester Anna-Maria kam in ihrem Vortrag mit leidenschaftlicher Überzeugung zu dem Schluss: "Das tiefste Zeugnis, zu dem wir als Christen berufen sind, ist die Liebe im Sein, im Wort und in der Tat?Wir sind aufgerufen, die größte Tat Gottes zu bezeugen: die Auferstehung, das Leben, das den Tod besiegt hat? Wir können uns keinen Streit unter den Konfessionen mehr leisten. Wir können diskutieren, aber mit versöhntem Herzen. Nichts braucht die Welt heute mehr als Versöhnung und Frieden." Schwester Anna Maria aus der Wiesche belegte ihre Worte durch Fakten, wie beispielsweise die Tatsache, dass sie in ihrem Orden Platz geschaffen haben für Flüchtlingsfamilien und Mütter mit ihren Kindern. Sie erzählte von diesen Asylbewerbern, von ihren Erfahrungen und davon, welch ein Gewinn es ist, mit diesen Menschen zu leben, bei aller Mühe, die beispielsweise die Begleitung bei ihren häufigen Gängen zu den Ämtern mit sich bringt. Die evangelische Gemeinschaft von Selbitz hat sich auch nicht gescheut, Kirchenasyl zu gewähren.

 

Daran anschließend wurden drei ökumenische Initiativen aus der Region Augsburg vorgestellt: die Arbeit eines höchst lebendigen ökumenischen Schwesternkreises in Augsburg. Schwestern aus neun Gemeinschaften gehen schon jahrelang einen gemeinsamen Weg, stehen füreinander ein und teilen Freud und Leid miteinander. Ein Leben, das ausstrahlt in die eigenen Kirchen hinein. Eine ökumenische Romfahrt von 12 Pastoren aus den Freikirchen, die, wie Thomas Pfeifer vom CVJM Augsburg zusammenfasste, sehr viele gute Gespräche ermöglichte, weil man miteinander lebte und nicht nur diskutierte. Bei einem guten italienischen Essen oder auf den Stufen zum Petersdom sitzend könne man herrlich miteinander ins Gespräch kommen, ohne anzuecken. "Die Wahrheit braucht einen Rahmen. Wenn man miteinander lebt, kann man sie auch vertragen."

 

Die dritte Initiative: ein ökumenisches Seminar in Ottmaring über das Dokument zum lutherisch-katholischen Reformationsgedenken 2017 "Vom Konflikt zur Gemeinschaft". Einer der Autoren, Prof. Dr. Theodor Dieter vom ökumenischen Forschungsinstitut in Straßburg, hielt dazu einen richtungsweisenden und ermutigenden Vortrag zum Thema: "Miteinander erinnern, voneinander lernen, gemeinsam weiter gehen".

 

 

Nach diesen drei knappen, konkreten Berichten aus der Praxis der Ökumene wurde noch auf die Großveranstaltung des Netzwerkes christlicher Bewegungen und Gemeinschaften "Miteinander für Europa" vom 30. Juni bis 2. Juli 2016 in München hingewiesen, deren Vorbereitung auf Hochtouren läuft.

 

 

Den Abschluss dieser ökumenischen Begegnung bildete ein gemeinsames Gebet, gestaltet nach den Texten der Gebetwoche für die Einheit, die in diesem Jahr von einer ökumenischen Gruppe aus Lettland vorbereitet worden sind. Seit 1973 ist es üblich, die Gebetstexte der Woche jährlich einem anderen Land anzuvertrauen.

 

Durch den ganzen Nachmittag zog sich der rote Faden vertrauensvoller Freundschaft, in der man die Kirche des anderen schätzt und lieb gewonnen hat.

Ulrike Büechl

Foto: Ernst Ulz


SR. ANNA MARIA AUS DER WIESCHE, PRIORIN DER CHRISTUSBRUDERSCHAFT SELBITZ

NEUJAHRSEMPFANG AM 17. 1. 2016

 

Zum 5. Mal fand am 17. Januar in Friedberg-Ottmaring der Neujahrsempfang des Ökumenischen Lebenszentrums statt. Etwa 80 Teilnehmer aus Politik, Gesellschaft und Kirche waren der Einladung gefolgt, die unter dem Motto stand: "Vom Umgang mit dem bereichernd Fremden".

 


Das Thema war nicht weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass rund eine Million der insgesamt geschätzten 60 Millionen Flüchtlinge in diesem Jahr nach Deutschland kam. Auch in Ottmaring ist im Begegnungszentrum eine Gruppe von derzeit sechs "unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen" aus Afghanistan untergebracht, die die Gäste des Neujahrsempfangs als liebenswürdige Kellner mit Sekt, Orangensaft und Häppchen willkommen hießen. Sie sprachen bereits ein wenig Deutsch und was die Sprache noch zu wünschen übrig ließ, ersetzten sie einfach durch ein offenes Lächeln.

 

"Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen", zitierte der stellvertretende Landrat von Aichach- Friedberg, Manfred Losinger, ein afrikanisches Sprichwort in seinem Grußwort und brachte damit die Sache auf den Punkt: Nur gemeinsam können wir das Fremde als bereichernd erfahren und die Herausforderung des großen Flüchtlingszustroms bewältigen. Bei den verschiedenen kurzen Statements des Empfangs wurde bereits eine Gemeinsamkeit deutlich: die gegenseitige Wertschätzung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in der Flüchtlingsfrage. Rund 800 ehrenamtliche Mitarbeiter quer durch alle Altersgruppen und Berufe setzen sich im Landkreis weit über ein normales Engagement für die 1.604 Asylbewerber (bei einer Bevölkerung von 129.000) ein, wie in den Grußworten von Manfred Losinger, Peter Tomaschko, MdL, und der Friedberger Stadträtin Claudia Eser-Schuberth immer wieder mit großer Dankbarkeit erwähnt wurde. Umgekehrt betonte die Moderatorin des Neujahrsempfangs, Gabriele Ballweg aus Ottmaring, ebenso dankbar die ausnehmend gute Zusammenarbeit mit den städtischen und regionalen Behörden. Das Bemühen, keine Angst vor dem Fremden zu haben, sondern immer das zu betonen, was uns eint, verbindet Haupt- und Ehrenamtliche stärker als jede parteipolitische Zugehörigkeit. Frau Eser-Schuberth brach eine Lanze für die sogenannten "Gutmenschen", die manchmal etwas verunglimpft werden: "Wir brauchen gute Menschen, Menschen guten Willens, die die Gesellschaft positiv verändern wollen. Wie sollen wir es sonst schaffen, nicht hinter all das, was wir uns in 60 Jahren erarbeitet haben, zurückzufallen?"

 

Das Thema des Neujahrsempfangs wurde von dem österreichischen Architekten und Städteplaner Franz Kronreif beleuchtet, der seit Jahren in der Fokolar-Bewegung für den Dialog mit Menschen nichtreligiöser Weltanschauungen engagiert ist und der seit einem Jahr das ökumenische Lebenszentrum in Ottmaring mit seiner Erfahrung bereichert.

 

Belegt durch konkrete persönliche Erfahrungen und Zitate aus Navid Kermanis Buch "Ungläubiges Staunen. Über das Christentum" (Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2015) arbeitete sich der Referent in seinem kurzweiligen Vortrag zu seinem Kernsatz durch: "Wir erleben, dass wir das Eigene in dem Maß gewinnen, in dem wir uns dem Anderen, ja auch dem Fremden öffnen. Begegnung findet jedoch nicht zwischen Kirchen oder Organisationen statt und schon gar nicht mit einer gesichtslosen Masse, sondern immer, indem ich in das Antlitz der Person schaue, die mir gegenüber steht. Nur so erkenne ich seine Bedürftigkeit wie auch sein Potential." Ein weiterer Satz, der nachdenklich macht und richtungweisend ist, dass ehrlicher Dialog nicht nur mich bereichert, sondern auch meinen Gesprächspartner: "Mein russischer Freund Juri Pismak ist Professor für Quantenfeldtheorie und bezeichnet sich als 'wissenschaftlichen Atheisten' sagte einmal zu meiner Überraschung: 'Solltest du deinen christlichen Glauben verlieren, wäre das ein Verlust auch für mich und die Beziehung zwischen uns.'"

Franz Kronreif brachte auch ein Beispiel aus Wien, das sicher auch in Deutschland Schule machen könnte: der Brunnenmarkt. "Vor 20 Jahren war dieser Stadtteil ein von der Verslumung bedrohtes Problemgebiet mit mehrheitlicher Migrantenbevölkerung. Intelligente Maßnahmen seitens der Stadt- und Bezirksverwaltung haben aus der Not eine Tugend gemacht und das dort vorhandene Potential nicht plattgewalzt, sondern es erkannt und genutzt. Heute ist der Brunnenmarkt mit rund 160 Marktständen der größte ständige Straßendetailmarkt Europas. Er ist der preisgünstigste Markt Wiens und wird aufgrund seines bunten und multikulturellen Treibens auch 'Orient ums Eck' genannt."

 

Einen kurzen Überblick über die Aktivitäten des Ökumenischen Lebenszentrums im vergangenen Jahr gab die 1. Vorsitzende, Maria Kny, aus Ottmaring. Zu den Höhepunkten zählte ein gut besuchter Hospiztag, bei dem sich Fachleute mit dem Thema "Kommunikation mit Schwerkranken und Sterbenden" auseinandersetzten; eine Ehepaarseminar "Zeit für uns Zwei"; eine Tagung zum Thema "Leidenschaft für die Stadt ? die politische Dimension des Charismas von Chiara Lubich"; ein ökumenisches Seminar für 140 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum zum Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft"; eine Ferienwoche für Senioren und eine Sommerfreizeit für Kinder und ein Treffen für 160 Ordenschristen verschiedener Gemeinschaften mit dem Präfekten der Ordenskongregationen aus dem Vatikan, Kardinal João Braz de Aviz.

 

Frau Iris Lichtinger (Flöte) und Frau Marlis Neumann (Harfe) spannten mit ihren musikalischen Beiträgen einen west-östlichen fliegenden Teppich und erinnerten somit daran, dass in den Künsten, besonders in der Musik, die interkulturelle Kommunikation schon längst besteht. Es geht nun darum, dass diese Kommunikation in die grauen Niederungen des Alltags hindurchdringt.

 

Einer der afghanischen Jugendlichen sang mit sicherer Stimme ein sehr klagendes Lied mit dem immer wiederholten Refrain: "Was ist mit dir geschehen, mein Land Afghanistan?" 

 

(Fotos: Ursel Haaf, Text: Ulli Büechl, Andrea Fleming, Peter Seifert)

 

 

JUNGE LEUTE AUS AFGHANISTAN
ANGEREGTE GESPRÄCHE
IMMER ANGEREGTERE GESPRÄCHE
FRAU DR. GABI BALLWEG MIT MdL PETER TOMASCHKO
GRUSSWORT VON FRAU STADTRÄTIN CLAUDIA ESER-SCHUBERTH (FRIEDBERG)
FRAU MARIA KNY (FOKOLAR-BEWEGUNG)
ARCHITEKT FRANZ KRONREIF, REFERENT
FA. TREFFLER UND FA. GLASS (FRIEDBERG)
DIE MUSIKALISCHEN BEITRÄGE
ERGRIFFENES LAUSCHEN
ÖSTLICHE PERSPEKTIVE
UNSERE ALTERSPRÄSIDENTIN REGINA BETZ PRÄSENTIERT IHRE MEMOIREN
AUF EIN HOFFENTLICH BALDIGES...
...WIEDERSEHEN

METROPOLIT SERAFIM JOANTA AUS NÜRNBERG ZU BESUCH

Am Donnerstag, dem 3. Dezember, hatten wir die besondere Freude den Metropoliten der Rumänischen Orthodoxen Kirche für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Dr. Serafim Joanta, bei unserem Spiritualitätsabend begrüßen zu dürfen. Er hat vor etlichen Jahren Chiara Lubich kennen gelernt und wollte es sich nehmen lassen, eigens aus Nürnberg zu kommen und über orthodoxe Spiritualität, Liturgie unter besonderer Berücksichtigung des Abendmahls zu sprechen. Sein lebendiges Zeugnis und seine persönliche Einfachheit haben einen starken Eindruck bei uns hinterlassen.

 

 

 

FREUNDESBRIEF 2015

Hier können Sie den "Freundesbrief 2015" einsehen, der für uns Wesentliches aus dem Jahr zusammenfasst.

 

 

 

 

GEMEINSAMES REFORMATIONSGEDENKEN IST EIN MUSS

AM 13./14. JUNI FAND IN OTTMARING DER 9. KURS DER ÖKUMENISCHEN SCHULE STATT

 

"Historische Ereignisse können nicht verändert werden, aber die Erinnerungen daran." Diesen Grundsatz bezeichnete der Theologe Matthias Fenski als die grundlegende Einsicht eines Dokumentes, mit dem sich der neunte Kurs der Ökumenischen Schule Ottmaring befasste. Es trägt den Titel "Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017" und wurde bereits vor zwei Jahren von der lutherisch/römisch-katholischen Kommission für die Einheit der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

140 Teilnehmende aus der Fokolar-Bewegung und der Vereinigung vom Gemeinsamen Leben befassten sich am 13. und 14. Juni in der Ökumenischen Siedlung bei Augsburg mit dem Text und versuchten, daraus einen neuen Blick auf die Geschichte der Kirchentrennung, vor allem aber neue Impulse für deren Überwindung zu gewinnen.

 

Die Vorträge, Podiumsgespräche und Fragerunden folgten einem Dreierschritt: Miteinander erinnern - voneinander lernen - gemeinsam weitergehen. Wie es bei der Ökumenischen Schule Tradition ist, waren die Vorträge von den Referenten in persönlichen Begegnungen und über schriftlichen Austausch miteinander entwickelt und ausgearbeitet worden.

 

Der evangelische Theologe Theodor Dieter vom Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg lud dazu ein, die Reformation nicht nur als Kette von geschichtlichen Ereignissen zu sehen, sondern auch als Summe theologischer Einsichten der Reformatoren, an denen auch Katholiken sich freuen könnten. Der katholische Ko-Referent Matthias Fenski aus Berlin legte dar, welche zentralen Anliegen der Reformation bis heute Eingang in die katholische Kirche gefunden haben. Der ehemalige württembergische Landesbischof Eberhardt Renz stellte das anstehende Reformationsgedenken in den Kontext unserer Zeit, aus dem sich besondere Herausforderungen ergeben.

 

Pfarrerin Marilu Fischer aus Plochingen stellte dar, wie sich aus den beiden Brennpunkten der Fokolar-Spiritualität - Jesus in seiner Verlassenheit am Kreuz und die Einheit des dreifaltigen Gottes - ein Raum eröffnet, in dem Kraft und Liebe für den weiteren ökumenischen Weg freigesetzt wird. Berichte von verschiedenen Initiativen und Lebensgeschichten machten deutlich, wie im persönlichen Umfeld, im unternehmerischen Handeln oder in kirchlichen und gesellschaftlichen Räumen kleine Anstöße bisweilen große ökumenische Wirkung haben können.

 

Im Gottesdienst in der Ottmaringer Pfarrkirche verdichtete sich der Kurs im Dank an Gott für all das, was aus der Wunde der Kirchenspaltung schon an Gutem hervorgegangen ist, in der Bereitschaft zur Buße und im Blick nach vorn auf den gemeinsamen Weg, den die Christen noch vor sich.

 

Die abschließende Feedbackrunde war von großer Dankbarkeit für die solide, professionelle und zugleich liebevolle Arbeit der Referenten gekennzeichnet. Sie offenbarte aber auch eine große Vielfalt an Emotionen, die das ökumenische Miteinander charakterisieren: neue Begeisterung für das "Projekt" der Einheit; humorvolle Gelassenheit für die menschlichen Unwägbarkeiten auf dem ökumenischen Weg; Tränen der Verwundung über die Unmöglichkeit des "einen Tisches"; drängende Ungeduld über die viel zu langsamen Fortschritte; und als durchgängiges Element eine neue, tiefe Liebe zu einem Gott, der trotz allem mit uns geht und mit uns - trotz unserer Mängel - sein Reich aufbauen will.

 

Eine klare Einsicht vermittelte der 9. Kurs der Ökumenischen Schule Ottmaring: Das 500. Gedenken der Reformation kann nicht nur, sondern muss von den Christen gemeinsam begangen werden. Alles andere wäre widersinnig.

 

Anmerkung der Redaktion: Gudrun, die die ökumenische Schule in besonderer Weise von ihren Anfängen begleitet und zuletzt auch mit- geleitet hat, lässt uns jetzt in Ottmaring zurück, weil sie einem Ruf nach Wien folgt.

 

Das gilt auch für Joachim Schwind, der uns freundlicherweise diesen Artikel (eine gekürzte Version des Artikels im MARIAPOLI) als Tüpfelchen auf dem i zur Verfügung gestellt hat. Diese Zeitschrift mit Nachrichten der Fokolar-Bewegung wird er weiter betreuen und deshalb sicher oft Ottmaring besuchen! (Gudrun wird dafür wahrscheinlich noch bessere Gründe finden!)

 

Mit anderen Worten: Jetzt ist guter Rat teuer, oder besser: sie sind uns so teuer! LET'S GIVE THEM A BIG HAND!!               

                                                                        (Fotos: Maria Kny)

DR. GUDRUN GRIESMAYR (FOKOLAR) UND DR.WILFRIED HAGEMANN (ZSP)
PROF.DR.THEODOR DIETER (STRASSBURG)
MARIA WIENKEN, DIEGO GOLLER (CENTRO UNO, ROM), SR. DOROTHEA
MEENZ, WIE ES SINGT UND LACHT!
PFR. DR. MATTHIAS FENSKI (BERLIN)
DAS PUBLIKUM, BEZAUBERT UND BEZAUBERND
LANDESBISCHOF EM. EBERHARDT RENZ (WÜRTTEMBERG)
BRIGITTE HORNEBER (ÖLZ) MIT DR. HUBERTUS BLAUMEISER (ROM)
PFARRERIN MARILU FISCHER
FRAGEN UND ANTWORTEN
ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST IN DER KATHOLISCHEN PFARRKIRCHE


 

 

 


Ökumenisches Lebenszentrum Ottmaring Geschichte und Vision