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... auf der Homepage des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring. Hier informieren wir Sie über unser Leben und das, was uns bewegt.

 

 

 

 

GEMEINSAMES REFORMATIONSGEDENKEN IST EIN MUSS

AM 13./14. JUNI FAND IN OTTMARING DER 9. KURS DER ÖKUMENISCHEN SCHULE STATT

 

"Historische Ereignisse können nicht verändert werden, aber die Erinnerungen daran." Diesen Grundsatz bezeichnete der Theologe Matthias Fenski als die grundlegende Einsicht eines Dokumentes, mit dem sich der neunte Kurs der Ökumenischen Schule Ottmaring befasste. Es trägt den Titel "Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017" und wurde bereits vor zwei Jahren von der lutherisch/römisch-katholischen Kommission für die Einheit der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

140 Teilnehmende aus der Fokolar-Bewegung und der Vereinigung vom Gemeinsamen Leben befassten sich am 13. und 14. Juni in der Ökumenischen Siedlung bei Augsburg mit dem Text und versuchten, daraus einen neuen Blick auf die Geschichte der Kirchentrennung, vor allem aber neue Impulse für deren Überwindung zu gewinnen.

 

Die Vorträge, Podiumsgespräche und Fragerunden folgten einem Dreierschritt: Miteinander erinnern - voneinander lernen - gemeinsam weitergehen. Wie es bei der Ökumenischen Schule Tradition ist, waren die Vorträge von den Referenten in persönlichen Begegnungen und über schriftlichen Austausch miteinander entwickelt und ausgearbeitet worden.

 

Der evangelische Theologe Theodor Dieter vom Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg lud dazu ein, die Reformation nicht nur als Kette von geschichtlichen Ereignissen zu sehen, sondern auch als Summe theologischer Einsichten der Reformatoren, an denen auch Katholiken sich freuen könnten. Der katholische Ko-Referent Matthias Fenski aus Berlin legte dar, welche zentralen Anliegen der Reformation bis heute Eingang in die katholische Kirche gefunden haben. Der ehemalige württembergische Landesbischof Eberhardt Renz stellte das anstehende Reformationsgedenken in den Kontext unserer Zeit, aus dem sich besondere Herausforderungen ergeben.

 

Pfarrerin Marilu Fischer aus Plochingen stellte dar, wie sich aus den beiden Brennpunkten der Fokolar-Spiritualität - Jesus in seiner Verlassenheit am Kreuz und die Einheit des dreifaltigen Gottes - ein Raum eröffnet, in dem Kraft und Liebe für den weiteren ökumenischen Weg freigesetzt wird. Berichte von verschiedenen Initiativen und Lebensgeschichten machten deutlich, wie im persönlichen Umfeld, im unternehmerischen Handeln oder in kirchlichen und gesellschaftlichen Räumen kleine Anstöße bisweilen große ökumenische Wirkung haben können.

Im Gottesdienst in der Ottmaringer Pfarrkirche verdichtete sich der Kurs im Dank an Gott für all das, was aus der Wunde der Kirchenspaltung schon an Gutem hervorgegangen ist, in der Bereitschaft zur Buße und im Blick nach vorn auf den gemeinsamen Weg, den die Christen noch vor sich.

 

Die abschließende Feedbackrunde war von großer Dankbarkeit für die solide, professionelle und zugleich liebevolle Arbeit der Referenten gekennzeichnet. Sie offenbarte aber auch eine große Vielfalt an Emotionen, die das ökumenische Miteinander charakterisieren: neue Begeisterung für das "Projekt" der Einheit; humorvolle Gelassenheit für die menschlichen Unwägbarkeiten auf dem ökumenischen Weg; Tränen der Verwundung über die Unmöglichkeit des "einen Tisches"; drängende Ungeduld über die viel zu langsamen Fortschritte; und als durchgängiges Element eine neue, tiefe Liebe zu einem Gott, der trotz allem mit uns geht und mit uns - trotz unserer Mängel - sein Reich aufbauen will.

 

Eine klare Einsicht vermittelte der 9. Kurs der Ökumenischen Schule Ottmaring: Das 500. Gedenken der Reformation kann nicht nur, sondern muss von den Christen gemeinsam begangen werden. Alles andere wäre widersinnig.

 

Anmerkung der Redaktion: Gudrun, die die ökumenische Schule in besonderer Weise von ihren Anfängen begleitet und zuletzt auch mit- geleitet hat, lässt uns jetzt in Ottmaring zurück, weil sie einem Ruf nach Wien folgt.

 

Das gilt auch für Joachim Schwind, der uns freundlicherweise diesen Artikel (eine gekürzte Version des Artikels im MARIAPOLI) als Tüpfelchen auf dem i zur Verfügung gestellt hat. Diese Zeitschrift mit Nachrichten der Fokolar-Bewegung wird er weiter betreuen und deshalb sicher oft Ottmaring besuchen! (Gudrun wird dafür wahrscheinlich noch bessere Gründe finden!)

 

Mit anderen Worten: Jetzt ist guter Rat teuer, oder besser: sie sind uns so teuer! LET'S GIVE THEM A BIG HAND!!

DR. GUDRUN GRIESMAYR (FOKOLAR) UND DR.WILFRIED HAGEMANN (ZSP)
PROF.DR.THEODOR DIETER (STRASSBURG)
MARIA WIENKEN, DIEGO GOLLER (ZENTRUM DER FOK.), SR. DOROTHEA
MEENZ, WIE ES SINGT UND LACHT!

Ökumenischer Nachmittag 2015

Am 25. Januar fand  der traditionelle "Ökumenische Nachmittag" im Rahmen der "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" statt. Die Veranstaltung stand im Zeichen der aktuellen Ereignisse in Frankreich.

 

Die jüngsten Attentate in Paris haben auf dramatische Weise gezeigt, dass Freiheit und Demokratie nur Bestand haben, wenn sie auf dem Respekt vor der politischen, kulturellen und religiösen Verschiedenheit einer Gesellschaft beruhen. Auch die diesjährige ökumenische Begegnung stand in Beziehung zu den Terroranschlägen: Gérard Testard aus Paris - Mitglied im Leitungsteam des Netzwerkes christlicher Bewegungen "Miteinander für Europa" und Gründer und Präsident der interreligiösen Initiative "Ephesia" - berichtete über jüngste Entwicklungen im Dialog zwischen Christen und Muslimen: "Die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens" (Eph 4,3).

 

"Der gewaltsame Tod ist plötzlich bei uns eingebrochen, wir hatten den Eindruck, unseren '11. September' zu leben und spürten das Bedürfnis, uns zu den Grundwerten unserer Republik zu bekennen, zur Freiheit des Gewissens, zur Stärke der Demokratie, zum bürgerlichen Recht auf Vielfalt der Weltanschauungen und Glaubensbekenntnisse. Zugleich aber stellte sich die Frage nach dem Maß der Meinungsfreiheit und dem Respekt gegenüber anderen. Es gab sehr unterschiedliche Meinungen dazu. Der Anwalt der Zeitschrift 'Charlie Hebdo' beispielsweise vertrat mit großer Überzeugung die etwas seltsame These: 'Das Recht auf Blasphemie ist heilig'. Doch trotz aller widerstreitenden Diskussionen, herrschte bei der großen Demo am 11. Januar, aber auch bei spontanen kleineren Kundgebungen eine große Würde, ohne Reaktionen des Hassers und der Gewalt?Die aufgewühlten Emotionen lösten im Land und weit darüber hinaus die Mobilisierung aller Bürger für die Einheit aus.

 

Und wir Christen feiern nun die Woche der Einheit nach einem biblischen Text im Johannesevangelium: 'Gib mir zu trinken' (Joh 4,7). Die Begegnung Jesu mit der Frau aus Samarien am Jakobsbrunnen weist uns den Weg gerade in dieser Situation: Jesus reißt die von Menschen gezogenen Grenzen nieder und gibt sich als Retter der Welt zu erkennen. Die aktuellen Ereignisse verpflichten uns Christen dazu, für die Einheit zu arbeiten, wobei die Mission für die Einheit weit über die christliche Welt hinaus geht. Es ist Dringlichkeit geboten angesichts der Gefahren des Terrorismus, der Gewalt und des inakzeptablen Fanatismus."

 

Die rund 100 Teilnehmer, darunter die evangelische Stadtdekanin von Augsburg, Susanne Kasch, hörten diesem Zeitzeugen mit großem Interesse zu, als er - belegt durch persönliche Erfahrungen - aufwies, wie dieser Weg zur Einheit ("Das Leben der Einheit ist ein ununterbrochener Weg der Vergebung, die geschenkt und empfangen wird") beschritten werden kann, einer weltumspannenden Einheit, die weit über Religionsgrenzen hinausgeht.

 

 "Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist nicht mehr die Ökumene, sondern der Dialog mit dem Islam." Dazu hatte der Referent interessante Begebenheiten zu berichten, die sich auf diesen Dialog bezogen, der die Unterstützung des Rates der Muslime in Frankreich und der französischen Bischofskonferenz erfährt.

 

Ephesia ist 2007 im Libanon entstanden. "Christen und Muslime treffen sich regelmäßig am 25. März, dem Tag der Verkündigung, denn Maria wird auch von Muslimen sehr stark verehrt. In weniger als vier Jahren führte der Erfolg dieser Versammlungen dazu, dass die libanesischen Behörden den Tag des 25. März zum islamisch-christlichen, arbeitsfreien, nationalen Feiertag der Verkündigung erklärten, dem ersten gemeinsamen Feiertag in der Geschichte des Landes."

 

Der ökumenische Nachmittag fand seinen Abschluss mit einem gemeinsamen Gebet nach den Texten der Weltgebetswoche, die in diesem Jahr in Brasilien vorbereitet wurden. Man spürte dabei die Betroffenheit der Teilnehmer und ihren Wunsch, den Ereignissen in der Welt nicht tatenlos zuzusehen. Gérard Testard zitierte den französischen Schriftsteller Georges Bernanos, der dieses Anliegen auf den Punkt bringt: "Die moderne Welt ist darauf angewiesen, befreiende Stimmen zu hören. Die befreienden Stimmen sind keine besänftigenden Stimmen, keine beruhigenden Stimmen. Sie geben sich nicht damit zufrieden, auf die Zukunft zu warten, wie man auf einen Zug wartet. Die Zukunft ist etwas, das erobert wird. Man lässt die Zukunft nicht über sich ergehen, man schafft sie."

Text: Ulli Büechl Fotos: Maria Kny

 

 

GÉRARD TESTARD
DER SAAL
FRAGEN UND ANTWORTEN
DIRK KENNIS, ALS ÜBERSETZER EINGEFLOGEN
LA FRANCOPHONIE

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Neujahrsempfang 2015

Am Sonntag, den 18. Januar, fand unser diesjähriger Neujahrsempfang statt, der immer mehr zu einer Veranstaltung zu werden scheint, die zahlreiche Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben in ihrem Terminkalender vormerken.

Dieses Mal hatten wir keine Referenten von deutschlandweitem Renommée, dafür hat der unmittelbare Praxisbezug des Gesagten großen Anklang gefunden. Hier ein Link, der die Sicht der Augsburger Allgemeinen wiedergibt:

www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Boxenstopp-fuer-Unternehmer-id32704817.html


 

 

 


Ökumenisches Lebenszentrum Ottmaring Geschichte und Vision