Grußworte

Walter Card. Kasper
 
Liebe Freunde des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring, liebe Gäste der Festveranstaltung zum Jubiläum,
seit 40 Jahren besteht das Ökumenische Lebenszentrum Ottmaring. Mit der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung haben sich zwei unterschiedliche Träger mit unterschiedlicher Spiritualität, mit unterschiedlichem Kirchenverständnis, mit verschiedenen Ideen vom Apostolat und Gebetsleben gemeinsam auf den Weg gemacht und das Wagnis begonnen, in ökumenischer Verbundenheit miteinander das Leben und den Glauben zu teilen. Sie sind dem Gebet Jesu "dass alle eins seien" in diesen Jahren treu geblieben und haben in immer neuen Herausforderungen und Veränderungen den Ruf Gottes gehört und der eigenen Berufung nachgespürt. Bei meinen Besuchen bei Ihnen war ich beeindruckt von der spirituellen Tiefe und Durchdrungenheit des gemeinsamen Lebens, die dadurch fähig ist, auch anderen Menschen Orientierung und Halt zu geben. Besonders wichtig ist diese Orientierung für junge Menschen, die in unserer hektischen und unübersichtlichen Welt leicht die Richtung aus den Augen verlieren können.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Gesellschaft und hat sich die Kirche Jesu Christi verändert. Sie haben auf die Fragen und Sorgen, die sich mit Veränderungen ergeben, versucht Antworten zu finden und Antworten anzubieten für die eigene Lebensgestaltung.

Ich danke Ihnen allen für dieses Zeugnis gelebter Ökumene und wünsche Ihnen allen auch weiterhin den Segen des Vaters, der uns in Jesus Christus das Fundament unseres Glaubens gelegt hat und den Beistand des Heiligen Geistes, der uns Kraft gibt, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen.

Mit den besten Wünschen und Segensgrüßen.

 

 

Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung
 
Liebe Bewohner des Ökumenischen Lebenszentrums,
sehr geehrte Damen und Herren, die Sie zur Festveranstaltung gekommen sind!
Die Generalversammlung, die zur Zeit in Castelgandolfo tagt, und die Fokolar-Bewegung in der ganzen Welt feiert mit Ihnen 40 Jahre Ökumenisches Lebenszentrum in großer Dankbarkeit Gott gegenüber.

Unser erster Gedanke gilt all denen, die bei der Entstehung dieses beispielgebenden ökumenischen Projekts beteiligt waren, das weit über Deutschland hinaus Beachtung gefunden hat. Stellvertretend für viele aus der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung nenne ich Pfarrer Klaus Heß mit seiner Gemahlin Amalie Heß und Chiara Lubich. Sie hatten die Entscheidung getroffen, das ökumenische Lebenszentrum zu gründen, weil sie vom Geist gedrängt wurden, gemeinsam und in verbindlicher Weise den christlichen Glauben zu bezeugen.

Unser Dank gilt auch dem lutherischen Landesbischof von Bayern, Hermann Dietzfelbinger und dem Augsburger Bischof Josef Stimpfle, die dieses Unterfangen begrüßt und unterstützt haben - wie später dann auch ihre Nachfolger. In großer Wertschätzung denken wir an all die, die sich hier niedergelassen haben, um diese "Stadt Gottes" aufzubauen, in besonderer Weise an die Schwestern und Brüder der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben. Sie waren uns immer Vorbild in der Treue gerade auch in schwierigen Momenten.

In all diesen Jahren beteiligte sich Chiara Lubich aktiv an allen Entwicklungen in der Siedlung und besuchte deshalb Ottmaring oft. Zum letzten Mal war sie zur Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre am 31. Oktober 1999 hier. Im Anschluss an die Feierlichkeiten kam es am Nachmittag zu einer Begegnung mit evangelischen und katholischen Verantwortlichen von Bewegungen und Gemeinschaften. Sie war der Beginn von "Miteinander für Europa" mit den beiden Veranstaltungen in Stuttgart 2004 und 2007. In diesem Zusammenhang wurde die Ottmaringer Siedlung zu einem Bezugspunkt für das Miteinander christlicher Bewegungen und Gemeinschaften in ganz Europa.

Und wie wird die Zukunft aussehen? Was wünschen wir dem Lebenszentrum?

Wir denken da zunächst an die prophetischen Worte von Chiara Lubich bei der Einweihung: "Was passiert, wenn Katholiken und evangelische Christen das Evangelium leben? Das Evangelium ist nichts Statisches sondern etwas sehr Dynamisches. Es wird aus diesem Zentrum eine ?Stadt auf dem Berg' machen." Das ist unser erster Wunsch.

Und ein Zweiter: Heute entdeckt man immer mehr die Bedeutung der geistlichen Ökumene, auch Ökumene des Lebens genannt, die Herz und Seele aller anderen Aspekte des Bemühens um die Einheit der Christen ist. In Ottmaring kann man in besonderer Weise diese Art von Ökumene kennen lernen. Chiara Lubich nannte sie gerne "Ökumene des Volkes", um hervorzuheben, dass jeder Christ seinen wesentlichen Teil zur Einheit der Christen beitragen kann und muss. So kann sich eine neue Leidenschaft für die Ökumene ausbreiten, die - so hoffen wir - zu einem neuen und entscheidenden Aufbruch werden kann, der bald zur Einheit der Christen führen wird.

Die ganze Fokolar-Bewegung ist Euch in diesem Bemühen verbunden. Dabei vertrauen wir ganz Jesus, der zu uns auch heute sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen".

Mit den herzlichsten Grüßen.

 

 

Schweizerischer Diakonieverein

 

 

 

 

 

 

Gerhard Proß
 
Liebe Freunde in Ottmaring,
mit der Gründung der Siedlung wurde einem Senfkorn gleich ein Same des Reiches Gottes gesät. Bereits vor 40 Jahren hat etwas begonnen, was in unserer Zeit durch das Miteinander der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen reiche Früchte trägt und zu einem unübersehbaren Baum geworden ist, in dem so manche bunten Vögel des Reiches Gottes ihre Nester bauen.

Als ich vor über 20 Jahren mit dem Leitungsteam unseres CVJM ein Klausurwochenende in Ottmaring unter Begleitung von Bruder Günther Rattey hatte, da ahnte ich noch nicht, wie oft mir selbst dieser Ort zu einem Ort des Segens werden sollte.

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich damals auch nicht wirklich verstanden, worum es in Ottmaring denn eigentlich geht. Auch die Fokolar-Bewegung hatte sich mir damals noch nicht wirklich erschlossen. Wie sehr ist Ottmaring inzwischen zum Ort des Segens für das Miteinander der geistlichen Bewegungen geworden. Hier wurde am Reformationstag 1999 der Grundstein für das Miteinander gelegt, in dem denkwürdigen Treffen mit Chiara Lubich, Andrea Riccardi und Personen vom "Treffen von Verantwortlichen" mit dem berühmten Satz von Chiara Lubich: "Die Partitur wird im Himmel geschrieben". Hier treffen wir uns immer wieder, um die nächsten Takte dieser Partitur zu erkennen.

Ottmaring wurde in besonderer Weise ein Ort des Segens, weil hier die Grundhaltungen für die Einheit seit Jahrzehnten eingeübt werden.

Vielleicht ist mir dies die kostbarste Frucht, die ich in Ottmaring entdecken durfte: Diese Haltung der Einheit. Wie oft wurden an diesem Ort wohl schon gute und richtige, eigene Gedanken nicht weiter verfolgt, sondern um der Einheit willen zurückgestellt. Durch Ottmaring wurde die geistliche Welt in Deutschland und Europa verändert...

Möge dieser Segen, der von Ottmaring nach Deutschland und Europa ausgegangen ist, in reichem Maße an diesen Ort zurückfließen. Möge es Euch, die Ihr hier Euer Leben investiert in die Reich-Gottes-Dimension, geschenkt werden, auch an diesem Ort die reichen Früchte Eurer Hingabe zu verkosten. So wünsche ich Euch auch für die nächste Wegstrecke Gottes reichen Segen.

 

 

Luigi Bressan, Bischof von Trient
 
Meine lieben Brüder und Schwestern,
ich gratuliere Ihnen herzlich zum 40. Jahrestag des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring, mit dem unsere Diözese bereits von seinem Anfang an verbunden ist.
Ich selber habe das Zentrum mit einer Delegation aus Trient im März 2006 besucht und dabei das geistliche und ökumenische Engagement der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung schätzen können.
Ich wünsche mir, daß eine solche Beziehung zwischen Augsburg und Trient, sowie die Freundschaft und Mitarbeit, immer tiefer weitergehen können.
Ich hatte auch die Gelegenheit in der Stadt Augsburg, den Bürgermeister, den katholischen Bischof Dr. Mixa und den ev. luth. Landesbischof Dr. Öffner grüßen zu können.
Ich darf hier die liebe Schwester Chiara Lubich nicht vergessen, die zur Gründung Ihres Zentrums heftig beigetragen hat und seine christliche geschwisterliche Erfahrung immer neu begleitet und bestärkt hat.
Aus der Konzilstadt Trient, die auch als Geburtsstadt Chiaras weltberühmt geworden ist, möchte ich dem Herrn für Ihr Zeugnis Christi danken.
Ein Vergelt's Gott auch an Sie für Ihre Treue beim Zeugen, daß die Einheit der Kirchen bereits eine lebendige Wirklichkeit sei.
Ich sende gerne Ihnen allen einen besonderen Segen und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Fortsetzung Ihres Dienstes an allen Kirchen in Deutschland und weltweit.

 

 

Joachim Reinelt, Bischof von Dresden-Meissen
 
Lieber Ottmaringer Gemeinschaft!
Zum vierzigjährigen Bestehen des Ökumenischen Lebenszentrums gratuliere ich heute ganz herzlich.

In vier Jahrzehnten haben Frauen und Männer in Ottmaring dafür Sorge getragen, daß das "Ut Omnes" Schritt für Schritt seinem Ziel näher kommt. Leuchtzeichen sind ein besonderes Gnadengeschenk für die Menschen unserer Tage. Das Licht von Ottmaring hat in viele Dunkelheiten ein hoffnungsvolles Leuchten gebracht.

Auch meine eigenen Erfahrungen bei den Treffen in dieser schönen Gemeinschaft haben mich in der Hoffnung auf ökumenische Fortschritte bestärkt.

Chiara hat mit der Entscheidung vor 40 Jahren genau das Richtige getroffen. Sie wird für dieses Lebenszentrum weiterhin beten.

Gern hätte ich an der Feier teilgenommen, aber in Ihm kann ich auch aus der Entfernung mit euch sein.

In Einheit.

NEUJAHRSEMPFANG AM 19. 1. 2014

Frau Dr. Annette Schavan zu Besuch in Ottmaring

 

 

 

 

Doris Scheimann, Fokolarin (17. 10. 1956 - 7. 11. 2013)

"Jeder, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen oder um des Evangeliums willen verlässt, wird das Hunderfache dafür erhalten ... und in der kommenden Welt das ewige Leben."    (Markus, 10, 29-30)


Ökumenisches Lebenszentrum Ottmaring Geschichte und Vision