Berichte

40 Jahre Ökumenisches Lebenszentrum Ottmaring
Leidenschaft für die Einheit
 
380 Gäste aus ganz Deutschland und Vertreter aus Italien waren in den kleinen Ort bei Augsburg gekommen, um mit den Angehörigen der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung vier Jahrzehnte gemeinsames Zeugnis gelebten Miteinanders der Konfessionen zu feiern. Das Ökumenische Lebenszentrum war 1968 auf Initiative von Pfarrer Klaus Hess und seiner Frau und der Fokolare-Gründerin Chiara Lubich entstanden mit dem Wunsch, einen Ort des gemeinsamen Lebens von Christen der verschiedenen Kirchen zu schaffen.
 
Landesbischof Johannes Friedrich hielt im Namen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayerns die Festrede und dankte für das langjährige Engagement für die Einheit der christlichen Kirchen. "Wir versammeln und hier nicht um die Asche der Hoffnungen der letzten 40 Jahre, sondern um die Glut des Feuers, das in unserer Sehnsucht nach Einheit der Christenheit brennt. Christus nötigt uns zur Einheit" - mahnte das protestantische Oberhaupt Bayerns und beschrieb die besondere Aufgabe der geistlichen Gemeinschaften damit, die Ökumene auch durch eine besondere geistliche Kraft, die ihnen eigen sei, zu "erleiden" und bei ihren Kirchenleitungen immer wieder darauf zu drängen, an der Einheit zu arbeiten, statt Bedenken vorzuschieben.
 
Sein katholischer Kollege, Weihbischof Anton Losinger aus Augsburg zeigte sich beeindruckt von der "Betriebsphilosophie" des Ökumenischen Lebenszentrums, die nicht so sehr von der Theorie als vielmehr vom sichtbaren Zeugnis des Lebens geprägt sei. Für ihn bestehe die Stärke des Lebenszentrums darin, unterschiedlichste Menschen zusammen zu bringen und echte, konstruktive Begegnung zu ermöglichen.
 
Gerhard Proß vom CVJM Esslingen, Leiter des "Treffens von Verantwortlichen" von vorwiegend protestantischen und freikirchlichen geistlichen Gemeinschaften und Vertreter der konfessionsverbindenden Initiative "Miteinander für Europa", brachte Senfkörner mit als symbolisches Zeichen für die Entwicklung, die er in den 40 Jahren in Ottmaring sah: Aus einem kleinen Samen gelebter sichtbarer Einheit zweier Gemeinschaften sei ein unübersehbarer Baum geworden, in dem die unterschiedlichsten bunten Vögel einen Platz fänden. Die Früchte der zwei großen internationalen Begegnungen von "Miteinander für Europa" in Stuttgart 2004 und 2007 seien daraus hervor gegangen und fänden hier ihren inneren Bezugspunkt.
 
Grussbotschaften waren aus Rom vom Zentrum der Fokolar-Bewegung von der gerade neu gewählten Präsidentin Maria Voce, wie auch von Kardinal Walter Kasper, dem Präsidenten des Ökumene-Sekretariats eingetroffen.
 
Vertreter der Bruderschaft und der Fokolar-Bewegung zeichneten durch Bilder und persönliche Zeugnisse wichtige Etappen der gemeinsamen Geschichte nach. Mitglieder der Bruderschaft vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung hatten in der Liebe zum Evangelium, in der Verbindlichkeit der Lebens des gegenseitigen Liebe und der gemeinsamen Kraftquelle, die sie in Kreuz und Auferstehung Jesu entdeckt hatten, ein Fundament gefunden, auf dem sie ein konfessionsverbindendes Lebenszeugnis geben wollten. Nach verschiedenen Begegnungen in Deutschland und Italien war 1968 der symbolische Grundstein für ein gemeinsames Lebenszentrum in Ottmaring gelegt worden.
 
Inzwischen leben in dem kleinen Ort nahe Augsburg etwa 120 Personen als Familien, verbindliche christliche Gemeinschaften von Männern und Frauen und Einzelpersonen, die hier z.T. täglich zum gemeinsamen Gebet zusammen kommen, Fortbildungen auf ökumenischem Gebiet sowie Freizeiten für Jugendliche und Familien anbieten. Jugendliche aus verschiedenen Ländern Europas kommen in den Sommermonaten nach Ottmaring, um mitzuleben und mitzuarbeiten, Gremien der verschiedenenen Kirchen wählen das ökumenische Ambiente gern für ihre Arbeitstagungen und fruchtbares "neutrales" Terretorium für interkonfessionelle Begegnungen.

NEUJAHRSEMPFANG AM 19. 1. 2014

Frau Dr. Annette Schavan zu Besuch in Ottmaring

 

 

 

 

Doris Scheimann, Fokolarin (17. 10. 1956 - 7. 11. 2013)

"Jeder, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen oder um des Evangeliums willen verlässt, wird das Hunderfache dafür erhalten ... und in der kommenden Welt das ewige Leben."    (Markus, 10, 29-30)


Ökumenisches Lebenszentrum Ottmaring Geschichte und Vision