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HERZLICH WILLKOMMEN

... auf der Homepage des √Ėkumenischen Lebenszentrums Ottmaring. Hier informieren wir Sie √ľber unser Leben und das, was uns bewegt.

 

 

 

 

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Besuch in der M√ľnchener Synagoge

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√Ėkumene f√§llt nicht einfach in den Scho√ü

Ottmaring, Samstag 19. 3. 2016

 

Vergebung und Vers√∂hnung zwischen den Kirchen - dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Studiennachmittags im √∂kumenischen Lebenszentrum in Ottmaring. Referent war der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow, Veranstalter das Zentrum f√ľr Spiritualit√§t in Ottmaring.

 

Bischof Grabow ging bei seinem Vortrag zun√§chst von dem "beispiellosen Zeitalter der Vers√∂hnung" seit Kriegsende 1945 aus. Als Beispiele nannte er unter anderem die Gr√ľndung der Vereinten Nationen, die Vers√∂hnung der ehemaligen Erzfeinde Frankreich und Deutschland, das Aufeinander-Zugehen von Israel und Deutschland, die Ostdenkschrift der EKD und die folgende Ostpolitik, Abr√ľstungsverhandlungen und schlie√ülich das Fallen des Eisernen Vorhangs. Bei der Aufarbeitung der Vergangenheit - so der Regionalbischof - h√§tten die Kirchen eine wesentliche Rolle gespielt.

 

Doch auch im Verh√§ltnis der Konfessionen und Religionen zueinander seien in den letzten 60 Jahren T√ľren ge√∂ffnet worden, die vorher √ľber Jahrhunderte hinweg hermetisch verschlossen schienen. Bischof Grabow ging in einem eigenen Kapitel auf seine pers√∂nlichen Erfahrungen in und mit der √Ėkumene ein, die oft zum Schmunzeln Anlass gaben. Dabei wurde aber auch deutlich, dass √Ėkumene nicht nur eine Frage von Theologen und Kirchenleitungen ist, sondern ihren Sitz im Leben der Ortsgemeinden haben muss. Inzwischen lebten und arbeiteten beide Kirchen kontinuierlich und im konstanten Austausch miteinander. "Kaum etwas geschieht ohne vorherige Absprache", sagte Grabow.

 

Anschlie√üend ging es um drei konkrete Erfahrungen aus dem Lebenszentrum in Ottmaring. Es war bereits 1968 von zwei Gemeinschaften gegr√ľndet worden: der Fokolar-Bewegung und der Vereinigung vom gemeinsamen Leben.

 

Zun√§chst berichtete Gabriele Ballweg √ľber "Vers√∂hnung und Vergebung in der Spiritualit√§t und im Leben des Fokolars". Brigitte Horneber, Vereinigung vom gemeinsamen Leben, sprach √ľber die "Diakonie der Einheit als bruderschaftlichem Weg". Aus beiden Lebensberichten aus Ottmaring wurde deutlich, dass gelebte √Ėkumene nicht in den Scho√ü f√§llt, aber auch nie auf un√ľberwindliche Hindernisse st√∂√üt.

 

Wilfried Hagemann, Leiter des Zentrums f√ľr Spiritualit√§t, berichtete schlie√ülich von einem Ottmaringer Projekt: der √Ėkumenischen Schule. Chiara Lubich, die Gr√ľnderin der Fokolar-Bewegung, hatte sie 1981 gegr√ľndet. Sie wollte damit den Angeh√∂rigen der Fokolar-Bewegung, die zu verschiedenen Kirchen geh√∂ren, die M√∂glichkeit geben, einander auch im Glauben, in der Geschichte und in der Tradition der jeweiligen Kirche besser kennenzulernen. "Wesentlich f√ľr das Gelingen - so Wilfried Hagemann - ist die Begegnung und der Austausch unter den Referentinnen und Referenten beider Kirchen." Sie erarbeiten die Referate gemeinsam. Dieser Dialog der Dozenten untereinander ist das eigentliche Lernmodell f√ľr die Kursteilnehmer.

 

                                                              Text: Ulrike B√ľechl; Foto: Maria Kny

 

 

 

 

 

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√Ėkumenische Begegnung in Ottmaring stand im Zeichen aufrichtiger Freundschaft

Am 24. Januar fand im Rahmen der diesj√§hrigen Gebetswoche f√ľr die Einheit der Christen im Begegnungszentrum in Ottmaring ein √∂kumenischer Nachmittag statt. Rund 120 Personen haben daran teilgenommen, darunter auch Vertreter verschiedener christlicher Gemeinschaften, die im Netzwerk "Miteinander f√ľr Europa" engagiert sind.

 

√úber dem Tag stand das Leitmotiv der diesj√§hrigen Gebetswoche f√ľr die Einheit der Christen: "Berufen die gro√üen Taten Gottes zu verk√ľndigen". Schwester Anna Maria aus der Wiesche stellte dieses Schriftwort aus dem ersten Petrusbrief in den Mittelpunkt ihrer Ausf√ľhrungen und gab konkrete Impulse zum Christsein heute.

 

Die Referentin ist Priorin der Christusbruderschaft in Selbitz, einer Ordensgemeinschaft in der evangelischen Kirche, und geh√∂rt zum Leitungskomitee von "Miteinander f√ľr Europa". Schwester Anna-Maria kam in ihrem Vortrag mit leidenschaftlicher √úberzeugung zu dem Schluss: "Das tiefste Zeugnis, zu dem wir als Christen berufen sind, ist die Liebe im Sein, im Wort und in der Tat‚ĶWir sind aufgerufen, die gr√∂√üte Tat Gottes zu bezeugen: die Auferstehung, das Leben, das den Tod besiegt hat‚Ķ Wir k√∂nnen uns keinen Streit unter den Konfessionen mehr leisten. Wir k√∂nnen diskutieren, aber mit vers√∂hntem Herzen. Nichts braucht die Welt heute mehr als Vers√∂hnung und Frieden." Schwester Anna Maria aus der Wiesche belegte ihre Worte durch Fakten, wie beispielsweise die Tatsache, dass sie in ihrem Orden Platz geschaffen haben f√ľr Fl√ľchtlingsfamilien und M√ľtter mit ihren Kindern. Sie erz√§hlte von diesen Asylbewerbern, von ihren Erfahrungen und davon, welch ein Gewinn es ist, mit diesen Menschen zu leben, bei aller M√ľhe, die beispielsweise die Begleitung bei ihren h√§ufigen G√§ngen zu den √Ąmtern mit sich bringt. Die evangelische Gemeinschaft von Selbitz hat sich auch nicht gescheut, Kirchenasyl zu gew√§hren.

 

Daran anschlie√üend wurden drei √∂kumenische Initiativen aus der Region Augsburg vorgestellt: die Arbeit eines h√∂chst lebendigen √∂kumenischen Schwesternkreises in Augsburg. Schwestern aus neun Gemeinschaften gehen schon jahrelang einen gemeinsamen Weg, stehen f√ľreinander ein und teilen Freud und Leid miteinander. Ein Leben, das ausstrahlt in die eigenen Kirchen hinein. Eine √∂kumenische Romfahrt von 12 Pastoren aus den Freikirchen, die, wie Thomas Pfeifer vom CVJM Augsburg zusammenfasste, sehr viele gute Gespr√§che erm√∂glichte, weil man miteinander lebte und nicht nur diskutierte. Bei einem guten italienischen Essen oder auf den Stufen zum Petersdom sitzend k√∂nne man herrlich miteinander ins Gespr√§ch kommen, ohne anzuecken. "Die Wahrheit braucht einen Rahmen. Wenn man miteinander lebt, kann man sie auch vertragen."

 

Die dritte Initiative: ein √∂kumenisches Seminar in Ottmaring √ľber das Dokument zum lutherisch-katholischen Reformationsgedenken 2017 "Vom Konflikt zur Gemeinschaft". Einer der Autoren, Prof. Dr. Theodor Dieter vom √∂kumenischen Forschungsinstitut in Stra√üburg, hielt dazu einen richtungsweisenden und ermutigenden Vortrag zum Thema: "Miteinander erinnern, voneinander lernen, gemeinsam weiter gehen".

 

 

Nach diesen drei knappen, konkreten Berichten aus der Praxis der √Ėkumene wurde noch auf die Gro√üveranstaltung des Netzwerkes christlicher Bewegungen und Gemeinschaften "Miteinander f√ľr Europa" vom 30. Juni bis 2. Juli 2016 in M√ľnchen hingewiesen, deren Vorbereitung auf Hochtouren l√§uft.

 

 

Den Abschluss dieser √∂kumenischen Begegnung bildete ein gemeinsames Gebet, gestaltet nach den Texten der Gebetwoche f√ľr die Einheit, die in diesem Jahr von einer √∂kumenischen Gruppe aus Lettland vorbereitet worden sind. Seit 1973 ist es √ľblich, die Gebetstexte der Woche j√§hrlich einem anderen Land anzuvertrauen.

 

Durch den ganzen Nachmittag zog sich der rote Faden vertrauensvoller Freundschaft, in der man die Kirche des anderen schätzt und lieb gewonnen hat.

Ulrike B√ľechl

Foto: Ernst Ulz


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NEUJAHRSEMPFANG AM 17. 1. 2016

 

Zum 5. Mal fand am 17. Januar in Friedberg-Ottmaring der Neujahrsempfang des √Ėkumenischen Lebenszentrums statt. Etwa 80 Teilnehmer aus Politik, Gesellschaft und Kirche waren der Einladung gefolgt, die unter dem Motto stand: "Vom Umgang mit dem bereichernd Fremden".

 


Das Thema war nicht weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass rund eine Million der insgesamt gesch√§tzten 60 Millionen Fl√ľchtlinge in diesem Jahr nach Deutschland kam. Auch in Ottmaring ist im Begegnungszentrum eine Gruppe von derzeit sechs "unbegleiteten minderj√§hrigen Fl√ľchtlingen" aus Afghanistan untergebracht, die die G√§ste des Neujahrsempfangs als liebensw√ľrdige Kellner mit Sekt, Orangensaft und H√§ppchen willkommen hie√üen. Sie sprachen bereits ein wenig Deutsch und was die Sprache noch zu w√ľnschen √ľbrig lie√ü, ersetzten sie einfach durch ein offenes L√§cheln.

 

"Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen", zitierte der stellvertretende Landrat von Aichach- Friedberg, Manfred Losinger, ein afrikanisches Sprichwort in seinem Gru√üwort und brachte damit die Sache auf den Punkt: Nur gemeinsam k√∂nnen wir das Fremde als bereichernd erfahren und die Herausforderung des gro√üen Fl√ľchtlingszustroms bew√§ltigen. Bei den verschiedenen kurzen Statements des Empfangs wurde bereits eine Gemeinsamkeit deutlich: die gegenseitige Wertsch√§tzung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in der Fl√ľchtlingsfrage. Rund 800 ehrenamtliche Mitarbeiter quer durch alle Altersgruppen und Berufe setzen sich im Landkreis weit √ľber ein normales Engagement f√ľr die 1.604 Asylbewerber (bei einer Bev√∂lkerung von 129.000) ein, wie in den Gru√üworten von Manfred Losinger, Peter Tomaschko, MdL, und der Friedberger Stadtr√§tin Claudia Eser-Schuberth immer wieder mit gro√üer Dankbarkeit erw√§hnt wurde. Umgekehrt betonte die Moderatorin des Neujahrsempfangs, Gabriele Ballweg aus Ottmaring, ebenso dankbar die ausnehmend gute Zusammenarbeit mit den st√§dtischen und regionalen Beh√∂rden. Das Bem√ľhen, keine Angst vor dem Fremden zu haben, sondern immer das zu betonen, was uns eint, verbindet Haupt- und Ehrenamtliche st√§rker als jede parteipolitische Zugeh√∂rigkeit. Frau Eser-Schuberth brach eine Lanze f√ľr die sogenannten "Gutmenschen", die manchmal etwas verunglimpft werden: "Wir brauchen gute Menschen, Menschen guten Willens, die die Gesellschaft positiv ver√§ndern wollen. Wie sollen wir es sonst schaffen, nicht hinter all das, was wir uns in 60 Jahren erarbeitet haben, zur√ľckzufallen?"

 

Das Thema des Neujahrsempfangs wurde von dem √∂sterreichischen Architekten und St√§dteplaner Franz Kronreif beleuchtet, der seit Jahren in der Fokolar-Bewegung f√ľr den Dialog mit Menschen nichtreligi√∂ser Weltanschauungen engagiert ist und der seit einem Jahr das √∂kumenische Lebenszentrum in Ottmaring mit seiner Erfahrung bereichert.

 

Belegt durch konkrete pers√∂nliche Erfahrungen und Zitate aus Navid Kermanis Buch "Ungl√§ubiges Staunen. √úber das Christentum" (Tr√§ger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2015) arbeitete sich der Referent in seinem kurzweiligen Vortrag zu seinem Kernsatz durch: "Wir erleben, dass wir das Eigene in dem Ma√ü gewinnen, in dem wir uns dem Anderen, ja auch dem Fremden √∂ffnen. Begegnung findet jedoch nicht zwischen Kirchen oder Organisationen statt und schon gar nicht mit einer gesichtslosen Masse, sondern immer, indem ich in das Antlitz der Person schaue, die mir gegen√ľber steht. Nur so erkenne ich seine Bed√ľrftigkeit wie auch sein Potential." Ein weiterer Satz, der nachdenklich macht und richtungweisend ist, dass ehrlicher Dialog nicht nur mich bereichert, sondern auch meinen Gespr√§chspartner: "Mein russischer Freund Juri Pismak ist Professor f√ľr Quantenfeldtheorie und bezeichnet sich als 'wissenschaftlichen Atheisten' sagte einmal zu meiner √úberraschung: 'Solltest du deinen christlichen Glauben verlieren, w√§re das ein Verlust auch f√ľr mich und die Beziehung zwischen uns.'"

Franz Kronreif brachte auch ein Beispiel aus Wien, das sicher auch in Deutschland Schule machen k√∂nnte: der Brunnenmarkt. "Vor 20 Jahren war dieser Stadtteil ein von der Verslumung bedrohtes Problemgebiet mit mehrheitlicher Migrantenbev√∂lkerung. Intelligente Ma√ünahmen seitens der Stadt- und Bezirksverwaltung haben aus der Not eine Tugend gemacht und das dort vorhandene Potential nicht plattgewalzt, sondern es erkannt und genutzt. Heute ist der Brunnenmarkt mit rund 160 Marktst√§nden der gr√∂√üte st√§ndige Stra√üendetailmarkt Europas. Er ist der preisg√ľnstigste Markt Wiens und wird aufgrund seines bunten und multikulturellen Treibens auch 'Orient ums Eck' genannt."

 

Einen kurzen √úberblick √ľber die Aktivit√§ten des √Ėkumenischen Lebenszentrums im vergangenen Jahr gab die 1. Vorsitzende, Maria Kny, aus Ottmaring. Zu den H√∂hepunkten z√§hlte ein gut besuchter Hospiztag, bei dem sich Fachleute mit dem Thema "Kommunikation mit Schwerkranken und Sterbenden" auseinandersetzten; eine Ehepaarseminar "Zeit f√ľr uns Zwei"; eine Tagung zum Thema "Leidenschaft f√ľr die Stadt ‚Äď die politische Dimension des Charismas von Chiara Lubich"; ein √∂kumenisches Seminar f√ľr 140 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum zum Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft"; eine Ferienwoche f√ľr Senioren und eine Sommerfreizeit f√ľr Kinder und ein Treffen f√ľr 160 Ordenschristen verschiedener Gemeinschaften mit dem Pr√§fekten der Ordenskongregationen aus dem Vatikan, Kardinal Jo√£o Braz de Aviz.

 

Frau Iris Lichtinger (Fl√∂te) und Frau Marlis Neumann (Harfe) spannten mit ihren musikalischen Beitr√§gen einen west-√∂stlichen fliegenden Teppich und erinnerten somit daran, dass in den K√ľnsten, besonders in der Musik, die interkulturelle Kommunikation schon l√§ngst besteht. Es geht nun darum, dass diese Kommunikation in die grauen Niederungen des Alltags hindurchdringt.

 

Einer der afghanischen Jugendlichen sang mit sicherer Stimme ein sehr klagendes Lied mit dem immer wiederholten Refrain: "Was ist mit dir geschehen, mein Land Afghanistan?" 

 

(Fotos: Ursel Haaf, Text: Ulli B√ľechl, Andrea Fleming, Peter Seifert)

 

 

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METROPOLIT SERAFIM JOANTA AUS N√úRNBERG ZU BESUCH

Am Donnerstag, dem 3. Dezember, hatten wir die besondere Freude den Metropoliten der Rum√§nischen Orthodoxen Kirche f√ľr Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Dr. Serafim Joanta, bei unserem Spiritualit√§tsabend begr√ľ√üen zu d√ľrfen. Er hat vor etlichen Jahren Chiara Lubich kennen gelernt und wollte es sich nehmen lassen, eigens aus N√ľrnberg zu kommen und √ľber orthodoxe Spiritualit√§t, Liturgie unter besonderer Ber√ľcksichtigung des Abendmahls zu sprechen. Sein lebendiges Zeugnis und seine pers√∂nliche Einfachheit haben einen starken Eindruck bei uns hinterlassen.

 

 

 

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FREUNDESBRIEF 2015

Hier k√∂nnen Sie den "Freundesbrief 2015" einsehen, der f√ľr uns Wesentliches aus dem Jahr zusammenfasst.

 

 

 

 

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GEMEINSAMES REFORMATIONSGEDENKEN IST EIN MUSS

AM 13./14. JUNI FAND IN OTTMARING DER 9. KURS DER √ĖKUMENISCHEN SCHULE STATT

 

"Historische Ereignisse k√∂nnen nicht ver√§ndert werden, aber die Erinnerungen daran." Diesen Grundsatz bezeichnete der Theologe Matthias Fenski als die grundlegende Einsicht eines Dokumentes, mit dem sich der neunte Kurs der √Ėkumenischen Schule Ottmaring befasste. Es tr√§gt den Titel "Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017" und wurde bereits vor zwei Jahren von der lutherisch/r√∂misch-katholischen Kommission f√ľr die Einheit der √Ėffentlichkeit vorgestellt.

 

140 Teilnehmende aus der Fokolar-Bewegung und der Vereinigung vom Gemeinsamen Leben befassten sich am 13. und 14. Juni in der √Ėkumenischen Siedlung bei Augsburg mit dem Text und versuchten, daraus einen neuen Blick auf die Geschichte der Kirchentrennung, vor allem aber neue Impulse f√ľr deren √úberwindung zu gewinnen.

 

Die Vortr√§ge, Podiumsgespr√§che und Fragerunden folgten einem Dreierschritt: Miteinander erinnern - voneinander lernen - gemeinsam weitergehen. Wie es bei der √Ėkumenischen Schule Tradition ist, waren die Vortr√§ge von den Referenten in pers√∂nlichen Begegnungen und √ľber schriftlichen Austausch miteinander entwickelt und ausgearbeitet worden.

 

Der evangelische Theologe Theodor Dieter vom Institut f√ľr √Ėkumenische Forschung in Stra√üburg lud dazu ein, die Reformation nicht nur als Kette von geschichtlichen Ereignissen zu sehen, sondern auch als Summe theologischer Einsichten der Reformatoren, an denen auch Katholiken sich freuen k√∂nnten. Der katholische Ko-Referent Matthias Fenski aus Berlin legte dar, welche zentralen Anliegen der Reformation bis heute Eingang in die katholische Kirche gefunden haben. Der ehemalige w√ľrttembergische Landesbischof Eberhardt Renz stellte das anstehende Reformationsgedenken in den Kontext unserer Zeit, aus dem sich besondere Herausforderungen ergeben.

 

Pfarrerin Marilu Fischer aus Plochingen stellte dar, wie sich aus den beiden Brennpunkten der Fokolar-Spiritualit√§t - Jesus in seiner Verlassenheit am Kreuz und die Einheit des dreifaltigen Gottes - ein Raum er√∂ffnet, in dem Kraft und Liebe f√ľr den weiteren √∂kumenischen Weg freigesetzt wird. Berichte von verschiedenen Initiativen und Lebensgeschichten machten deutlich, wie im pers√∂nlichen Umfeld, im unternehmerischen Handeln oder in kirchlichen und gesellschaftlichen R√§umen kleine Anst√∂√üe bisweilen gro√üe √∂kumenische Wirkung haben k√∂nnen.

 

Im Gottesdienst in der Ottmaringer Pfarrkirche verdichtete sich der Kurs im Dank an Gott f√ľr all das, was aus der Wunde der Kirchenspaltung schon an Gutem hervorgegangen ist, in der Bereitschaft zur Bu√üe und im Blick nach vorn auf den gemeinsamen Weg, den die Christen noch vor sich.

 

Die abschlie√üende Feedbackrunde war von gro√üer Dankbarkeit f√ľr die solide, professionelle und zugleich liebevolle Arbeit der Referenten gekennzeichnet. Sie offenbarte aber auch eine gro√üe Vielfalt an Emotionen, die das √∂kumenische Miteinander charakterisieren: neue Begeisterung f√ľr das "Projekt" der Einheit; humorvolle Gelassenheit f√ľr die menschlichen Unw√§gbarkeiten auf dem √∂kumenischen Weg; Tr√§nen der Verwundung √ľber die Unm√∂glichkeit des "einen Tisches"; dr√§ngende Ungeduld √ľber die viel zu langsamen Fortschritte; und als durchg√§ngiges Element eine neue, tiefe Liebe zu einem Gott, der trotz allem mit uns geht und mit uns - trotz unserer M√§ngel - sein Reich aufbauen will.

 

Eine klare Einsicht vermittelte der 9. Kurs der √Ėkumenischen Schule Ottmaring: Das 500. Gedenken der Reformation kann nicht nur, sondern muss von den Christen gemeinsam begangen werden. Alles andere w√§re widersinnig.

 

Anmerkung der Redaktion: Gudrun, die die √∂kumenische Schule in besonderer Weise von ihren Anf√§ngen begleitet und zuletzt auch mit- geleitet hat, l√§sst uns jetzt in Ottmaring zur√ľck, weil sie einem Ruf nach Wien folgt.

 

Das gilt auch f√ľr Joachim Schwind, der uns freundlicherweise diesen Artikel (eine gek√ľrzte Version des Artikels im MARIAPOLI) als T√ľpfelchen auf dem i zur Verf√ľgung gestellt hat. Diese Zeitschrift mit Nachrichten der Fokolar-Bewegung wird er weiter betreuen und deshalb sicher oft Ottmaring besuchen! (Gudrun wird daf√ľr wahrscheinlich noch bessere Gr√ľnde finden!)

 

Mit anderen Worten: Jetzt ist guter Rat teuer, oder besser: sie sind uns so teuer! LET'S GIVE THEM A BIG HAND!!               

                                                                        (Fotos: Maria Kny)

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√Ėkumenisches Lebenszentrum Ottmaring Geschichte und Vision

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